Lotto 6aus49 in Nordrhein-Westfalen

Spielvolumen, Großgewinne und Einordnung im Bundesvergleich 2024.

43 €
Pro Kopf pro Jahr
Platz 5 von 16
778 Mio. €
Spielvolumen gesamt
Platz 1 von 16
0,16 %
Anteil am verfügbaren Einkommen
Platz 3 von 16

Pro-Kopf-Werte sind über alle Einwohner gemittelt, inklusive Säuglingen, Kindern und Nicht-Spielern. Wer tatsächlich Lotto spielt, gibt im Schnitt deutlich mehr aus.

Großgewinne 2024

57 Millionengewinne ab 1 Mio. Euro. Das sind 3,2 pro Million Einwohner (Platz 3 von 16).

Zugeordnet nach Spielort, nicht nach Wohnort der Gewinner.

Sparquote

10,0 Prozent (Stand 2022, Quelle: VGRdL).

Was die Eule dazu sagt

Nordrhein-Westfalen ist beim Lotto in absoluten Zahlen unangefochten an der Spitze. 778 Millionen Euro Spielvolumen 2024 sind mit deutlichem Abstand der höchste Wert aller Bundesländer, dahinter folgt Bayern mit 516 Millionen Euro. Pro Kopf relativiert sich das Bild: 43 Euro entsprechen Platz 6 von 16, also solides oberes Mittelfeld. Anteilig am verfügbaren Einkommen liegt NRW mit 0,16 Prozent ebenfalls im Mittelfeld.

Was NRW lottotechnisch einzigartig macht, ist die Geschichte der Gemeinwohl-Förderung. WestLotto wurde 1955 gegründet, also im selben Jahr wie das deutsche 6aus49 selbst. Seitdem sind aus den NRW-Lotterieerträgen über 32 Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke geflossen. Diese Zahl markiert keinen geringeren Anspruch als den, dass WestLotto die "erfolgreichste Finanzierung gesellschaftlicher Strukturen in Deutschland" sei, wie es die Gesellschaft selbst formuliert. Was Selbstlob ist, ist auch faktisch belegt: Allein 2024 kamen 767 Millionen Euro für das Gemeinwohl zusammen, der höchste Wert seit zwei Jahrzehnten.

NRW hat ein Mischmodell der Lotto-Geld-Verteilung. Rund 40 Prozent jedes getippten Euros gehen über das Land NRW an gemeinwohlorientierte Verbände und Organisationen. Die Mittelvergabe erfolgt teils über das Land, teils über öffentliche Förderstiftungen, die jeweils einen klar abgegrenzten Auftrag haben. Das macht das NRW-Modell transparenter als das bayerische Direkt-an-Landeshaushalt-Modell und etwas vielfältiger als die reinen Ministerien-Modelle in Brandenburg oder Thüringen.

Die wichtigste dieser Stiftungen ist die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat und Kulturpflege, die seit ihrer Gründung mehr als 3.500 gemeinnützige Initiativen gefördert hat. Dazu kommen die Kunststiftung NRW für Kunst und Kultur sowie die Sportstiftung NRW, die zu den wichtigsten Ansprechpartnern für paralympische Athletinnen und Athleten im Land gehört. Diese Stiftungslandschaft ist deutschlandweit beispielhaft, weil sie klare thematische Zuständigkeiten kombiniert mit nachvollziehbarer Verteilung der Mittel.

Konkret zeigt sich der Lotto-Geld-Fluss in NRW im Alltag besonders sichtbar. Wer in Köln zum Kölner Dom geht, sieht ein Bauwerk, an dessen Erhalt der Westfälische Dombauverein St. Maria zur Wiese aus Soest und der Dombauverein Soest durch Lottomittel mitwirken. Wer beim DRK Blut spendet, im AWO-Kindergarten arbeitet oder einem Sportverein angehört, hat sehr wahrscheinlich Berührungspunkte zu Organisationen, die von Lotterieerträgen mitfinanziert werden. Die Berührungspunkte sind in keinem anderen Bundesland so dicht wie in NRW, weil das Spielvolumen und damit die Mittelmenge so hoch ist.

Eine ehrliche Eulen-Beobachtung am Rand: Die Größe der NRW-Lotterie ist auch eine Folge der Größe des Bundeslandes selbst. Mit rund 18 Millionen Einwohnern stellt NRW knapp ein Fünftel der deutschen Bevölkerung. Wäre NRW ein eigener Staat, läge es bei der Bevölkerungszahl etwa auf dem Niveau der Niederlande. Die hohen absoluten Lotto-Zahlen sind die natürliche Konsequenz dieser Größe, nicht ein Spiegel besonderer Spielfreude. Pro Kopf bewegt sich NRW im oberen Mittelfeld, nicht an der Spitze.

Quellen

Primärquelle Spielvolumen: https://www.lobbyregister.bundestag.de/media/25/90/603983/Veroeffentlichung-Unternehmensregister-2024-WestLotto-14-07-2025.pdf