Lotto 6aus49 in Rheinland-Pfalz
Spielvolumen, Großgewinne und Einordnung im Bundesvergleich 2024.
Pro-Kopf-Werte sind über alle Einwohner gemittelt, inklusive Säuglingen, Kindern und Nicht-Spielern. Wer tatsächlich Lotto spielt, gibt im Schnitt deutlich mehr aus.
Großgewinne 2024
7 Millionengewinne ab 1 Mio. Euro. Das sind 1,7 pro Million Einwohner (Platz 12 von 16).
Zugeordnet nach Spielort, nicht nach Wohnort der Gewinner.
Sparquote
10,5 Prozent (Stand 2022, Quelle: VGRdL).
Was die Eule dazu sagt
Rheinland-Pfalz liegt beim Lotto-Einsatz im soliden Mittelfeld: 41 Euro pro Kopf, Platz 8 von 16. Anteilig am verfügbaren Einkommen sind das 0,15 Prozent, ebenfalls Mittelfeld. Das Spielvolumen von 172 Millionen Euro absolut entspricht der mittleren Größe des Bundeslandes mit rund 4,1 Millionen Einwohnern.
Was Rheinland-Pfalz lottotechnisch besonders macht, ist eine Eigentümerstruktur, die nur ein anderes Bundesland in Deutschland kennt: das Saarland. Lotto Rheinland-Pfalz wurde 1948 gegründet, Gesellschafter sind heute zu 51 Prozent das Land sowie zu 49 Prozent die drei rheinland-pfälzischen Sportbünde: der Sportbund Rheinland, der Sportbund Pfalz und der Sportbund Rheinhessen. Die Sportbünde haben damit nicht nur Anspruch auf Förderung wie in anderen Bundesländern, sondern sind unmittelbar als Miteigentümer am Unternehmen beteiligt. Dieses Modell teilt RLP mit dem Saarland, wo ebenfalls der Landessportverband 42,86 Prozent der Anteile hält.
Von 1948 bis 2014 hat Lotto Rheinland-Pfalz einen Gesamtumsatz von 13,9 Milliarden Euro erzielt und davon knapp 6 Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt. Das ist über 76 Jahre gerechnet ein beachtlicher Beitrag zur lokalen Vereins- und Förderlandschaft.
Seit 2007 ergänzt die Lotto Rheinland-Pfalz-Stiftung das Förder-Setup. Sie sitzt in Koblenz und vergibt jährlich über eine Million Euro an mehr als 1.000 Partner aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport, Kultur, Bildung und Wissenschaft. Im Selbstverständnis der Stiftung geht es nicht nur um Einzelförderung, sondern um die "Stärkung des Ehrenamtes" und damit um sozialen Zusammenhalt. Förderanträge können ganzjährig eingereicht werden, was die Stiftung im bundesweiten Vergleich besonders niedrigschwellig macht. Was nicht gefördert wird: Bauvorhaben, Personalkosten und die Anschaffung von Fahrzeugen.
Eine bekanntere Sport-Verbindung ist die langjährige Partnerschaft mit dem 1. FC Kaiserslautern. Lotto Rheinland-Pfalz war Hauptsponsor des FCK und besaß ab 2014 die Namensrechte an der Ost-Tribüne des Fritz-Walter-Stadions. 2024 wurde das Sponsoring beendet, mit unterschiedlichen Pressedarstellungen zu den Hintergründen. Lotto RLP fördert daneben auch das Radsportteam Kouta-Lotto und den VC Neuwied 77, dessen Volleyball-Frauenmannschaft 2021 in die Bundesliga aufgestiegen ist. All das fließt aus dem Marketing-Etat des Unternehmens, also dem Topf der freiwilligen Sponsorings, nicht aus den gesetzlichen Zweckabgaben für das Gemeinwohl.
Wer in Mainz, Trier oder Koblenz einen Schein abgibt, finanziert ein historisch gewachsenes System aus drei Säulen: dem mehrheitlich-staatlichen Landesanteil, der direkten Beteiligung der drei Sportbünde und der seit 2007 eigenständig agierenden Lotto-Stiftung. Die Trennung zwischen gesetzlich vorgeschriebener Förderung und freiwilligem Marketing-Sponsoring (wie beim FCK) bleibt dabei klar: das eine kommt von der Gemeinwohl-Maschinerie, das andere aus dem Werbe-Topf.
Quellen
Primärquelle Spielvolumen: https://www.lotto-rlp.de/imperia/md/images/pfe-rlp/geschaftsbericht_lotto_2024.pdf