Lotto 6aus49 in Sachsen

Spielvolumen, Großgewinne und Einordnung im Bundesvergleich 2024.

40 €
Pro Kopf pro Jahr
Platz 10 von 16
160 Mio. €
Spielvolumen gesamt
Platz 7 von 16
0,15 %
Anteil am verfügbaren Einkommen
Platz 8 von 16

Pro-Kopf-Werte sind über alle Einwohner gemittelt, inklusive Säuglingen, Kindern und Nicht-Spielern. Wer tatsächlich Lotto spielt, gibt im Schnitt deutlich mehr aus.

Großgewinne 2024

12 Millionengewinne ab 1 Mio. Euro. Das sind 3,0 pro Million Einwohner (Platz 5 von 16).

Zugeordnet nach Spielort, nicht nach Wohnort der Gewinner.

Sparquote

7,0 Prozent (Stand 2022, Quelle: VGRdL).

Was die Eule dazu sagt

Sachsen liegt beim Lotto-Einsatz im unteren Mittelfeld: 40 Euro pro Kopf, Platz 10 von 16. Anteilig am verfügbaren Einkommen sind das 0,15 Prozent, ebenfalls solides Mittelfeld. Beim Glück hingegen liegt Sachsen weiter vorn. Mit 3,0 Großgewinnen pro Million Einwohner ist es 2024 auf Platz 5, deutlich über dem Bundesschnitt. Das ist allerdings eine Sache der kleinen Stichprobe und im nächsten Jahr kann es ganz anders aussehen.

Spannender als die nackten Zahlen ist die Geschichte hinter Sachsenlotto. Sachsen hat die mit Abstand älteste Lotto-Tradition Deutschlands. Eine staatliche Lotto-Gesellschaft existiert in Sachsen seit 1713, gegründet auf Initiative von August dem Starken. Sachsenlotto feierte 2013 sein 300-jähriges Jubiläum, kein anderes Bundesland kann auf eine vergleichbar lange staatliche Lotteriegeschichte zurückblicken. In seiner heutigen Form ist Sachsenlotto aus dem Zusammenschluss der Lotto-Bezirksverwaltungen Chemnitz, Dresden und Leipzig im Oktober 1990 entstanden. Die Zentrale liegt in Leipzig.

Sachsen folgt dem Ministerien-Modell der Lotto-Geld-Verteilung. Die Reinerträge der Lotterien gehen direkt an den Freistaat und werden gemäß dem Sächsischen Ausführungsgesetz zum Glücksspielstaatsvertrag für Suchtprävention, Sport, Kultur, Umwelt, Jugend und Wohlfahrtspflege eingesetzt. 2024 waren das 124 Millionen Euro für das Gemeinwohl, zusammengesetzt aus 63,6 Millionen Euro Reinertrag, 59,3 Millionen Euro Lotteriesteuer und einer Million aus der GlücksSpirale.

Eine interessante Hervorhebung in der Mittelverteilung: Suchtprävention ist im sächsischen Lotto-Modell ein eigenständiger Förderzweck, gleichberechtigt mit Sport oder Kultur. Während in Berlin ein fester Geldbetrag für Suchtbekämpfung gesetzlich vorab abgezweigt wird, integriert Sachsen die Suchtprävention direkt in den Verteilungs-Schlüssel. Aus jeder sächsischen Lotto-Ausschüttung fließt also auch Geld in die Aufklärung über die Risiken des Spielens.

Konkret unterstützt wird in Sachsen vor allem der Landessportbund, der allein 2025 rund 12,7 Millionen Euro aus Lotterieerträgen erhielt. Dazu kommen kulturelle Projekte wie die Pflege historischer Bauwerke und Kulturdenkmale, von denen Sachsen besonders viele besitzt. Wer in Dresden, Leipzig oder Chemnitz Lotto spielt, finanziert mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Sanierung an einer Kirche, einem Schloss oder einer Bürgerhausfassade.

Eine kleine Eulen-Beobachtung am Rand: Die sächsische Sparquote liegt mit 7,0 Prozent deutlich unter dem Bundesschnitt. Das passt zur soliden, aber nicht spitzen Lotto-Quote. Wer weniger zurücklegen kann, gibt anteilig nicht überdurchschnittlich für Lotto aus, sondern eher unterdurchschnittlich. Die Eulen-These vom "Wer wenig hat, gibt wenig" gilt auch hier.

Quellen

Primärquelle Spielvolumen: https://magazin.sachsenlotto.de/unternehmensnews/saechsische-lotto-gmbh-feiert-ein-erfolgreiches-jahr-2024-3002720