Lotto 6aus49 in Bayern

Spielvolumen, Großgewinne und Einordnung im Bundesvergleich 2024.

39 €
Pro Kopf pro Jahr
Platz 11 von 16
516 Mio. €
Spielvolumen gesamt
Platz 2 von 16
0,12 %
Anteil am verfügbaren Einkommen
Platz 16 von 16

Pro-Kopf-Werte sind über alle Einwohner gemittelt, inklusive Säuglingen, Kindern und Nicht-Spielern. Wer tatsächlich Lotto spielt, gibt im Schnitt deutlich mehr aus.

Großgewinne 2024

29 Millionengewinne ab 1 Mio. Euro. Das sind 2,2 pro Million Einwohner (Platz 8 von 16).

Zugeordnet nach Spielort, nicht nach Wohnort der Gewinner.

Sparquote

12,9 Prozent (Stand 2022, Quelle: VGRdL).

Was die Eule dazu sagt

Bayern ist ein Bundesland der Widersprüche, zumindest beim Lotto. Mit 516 Millionen Euro Spielvolumen 2024 ist es nach Nordrhein-Westfalen das zweitspielstärkste Bundesland in absoluten Zahlen. Pro Kopf sieht das ganz anders aus: 39 Euro, Platz 13 von 16, mit Hamburg und Berlin gleichauf. Beim Anteil am verfügbaren Einkommen liegt Bayern sogar mit 0,12 Prozent auf dem letzten Platz aller 16 Bundesländer. Der wirtschaftsstärkste Flächenstaat ist beim Lotto-Einsatz der zurückhaltendste.

Das ist erklärbar, wenn man die Bayern-Wirtschaft kennt. Bayern hat traditionell hohe Einkommen und mit 12,9 Prozent die zweithöchste Sparquote aller Bundesländer, nur knapp hinter Baden-Württemberg. Wer überdurchschnittlich viel spart, investiert tendenziell weniger in Erwartungswert-negative Aktivitäten wie Lotto. Die niedrige Pro-Kopf-Quote ist also keine wirtschaftliche Schwäche, sondern eher das Gegenteil: Wer Geld zurücklegt, gibt es nicht für Tickets aus.

Was Bayern lottotechnisch von den meisten anderen Bundesländern unterscheidet, ist die Verteilungs-Architektur. Bayern gehört zu den Bundesländern, in denen die Lotto-Mittel direkt in den Landeshaushalt fließen, nicht über eine eigenständige Stiftung oder über klar abgegrenzte Förderdatenbanken. Die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung führt jährlich über 400 Millionen Euro an den Bayerischen Staatshaushalt ab. 2024 waren es laut Finanzminister Albert Füracker insgesamt rund 523 Millionen Euro aus Lotteriesteuer, Gewinnabführung und Spielbankabgabe.

Aus diesem Topf fördert der Freistaat insbesondere Sport, Kultur und Denkmalpflege, allerdings nicht so transparent wie in Bundesländern mit eigener Stiftung. Branchenkenner kritisieren genau das: Wo Lotteriemittel direkt in den Landeshaushalt fließen wie in Bayern, wird die Förderung intransparenter. Wer wissen will, wohin konkret bayrisches Lotto-Geld geht, muss durch Ministerien-Berichte recherchieren statt eine Empfänger-Liste der Stiftung zu öffnen.

Eine Besonderheit ist die Verbindung zu den Spielbanken. Anders als die meisten Lotteriegesellschaften betreibt die Bayerische Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung auch die neun bayerischen Spielbanken in Bad Füssing, Bad Kissingen, Bad Kötzting, Bad Reichenhall, Bad Steben, Bad Wiessee, Feuchtwangen, Garmisch-Partenkirchen und Lindau. Diese erwirtschafteten 2025 mit 139 Millionen Euro den höchsten Bruttospielertrag seit Bestehen. Die Mittel aus beiden Bereichen fließen in denselben Staatshaushalt.

Wer in München oder Augsburg einen Schein abgibt, finanziert also nicht eine spezifische Stiftung, sondern den allgemeinen Bayerischen Staatshaushalt. Was daraus wird, entscheidet der jeweilige Landeshaushalt. Das ist nicht zwingend schlecht, aber undurchsichtiger als in Berlin, Brandenburg oder NRW.

Quellen

Primärquelle Spielvolumen: https://www.bestellen.bayern.de/med/720a0c30-b4a5-11f0-81ee-c3fc7d0a3316/4b0e6a70-1059-11d9-4c85-9d915831e9eb/1/06005001.pdf